Windparks auf See

Diese Länder setzen auf Offshore-Wind

Von Finnland bis Australien: Immer mehr Länder in aller Welt verfolgen Pläne in der Offshore-Windenergie. In Europa und Asien drehen sich bereits Tausende Windräder auf See. In anderen Regionen stecken die Projekte noch im Planungsstadium – und um manche ist es verdächtig still geworden. Ein Überblick.

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    Dänemark war das erste Land weltweit, das einen Offshore-Windpark errichtet hat.
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    Dänemark

    Im dänischen Vindeby begann 1991 die Geschichte der Offshore-Windkraft. Wie in der Windenergie an Land war Dänemark damit erneut der Pionier der Branche. 2019 ging mit dem 400-Megawatt-Projekt Horns Rev 3 der bislang größte Windparks Skandinaviens ans Netz. Schon 2021 wird er allerdings von der Spitze im Ranking verdrängt: In der Ostsee entsteht derzeit der 600-Megawatt-Park Kriegers Flak. Nur in Großbritannien, Deutschland, China und Belgien wird mehr Strom aus Offshore-Wind erzeugt als in Dänemark.

    Norwegen plant schwimmende Offshore-Windparks unter anderem, um seine Ölplattformen in der Nordsee mit Strom zu versorgen und so die CO2-Bilanz der Förderung zu verbessern.
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    Norwegen

    Schon 2009 hat Norwegen das erste schwimmende Windrad im Atlantik in Betrieb genommen: das Floating-Wind-Projekt Hywind. Danach tat sich lange nichts. Bis im April dieses Jahres Pläne für einen schwimmenden Windpark mit elf Acht-Megawatt-Turbinen bekannt wurden. Der Bau soll 2022 rund 140 Kilometer vor der Küste beginnen. Zur Energiewende trägt das Projekt des Energiekonzerns Equinor allerdings nur bedingt bei: Der Windpark soll Förderplattformen in den Ölfeldern Snorre und Gullfaks mit Strom versorgen.

    Auch in schwedischen Gewässern drehen sich längst Offshore-Windräder.
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    Schweden

    Die Anfänge waren bescheiden, dafür aber waren die Schweden vergleichsweise früh in der Offshore-Windkraft aktiv. Mit den fünf Turbinen des Windparks Bockstigen in der Ostsee erschlossen sie 1997 erstmals das Potenzial, das die stetigen Winde auf dem Meer für die Stromerzeugung bedeuten. Der bisher größte Offshore-Windpark heißt Lillgrund und ging 2007 mit 48 Anlagen in Betrieb. Weitere Projekte befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen und werden voraussichtlich ab 2029 ans Netz angeschlossen.

    Finnland will sein Potenzial für Offshore-Windparks künftig stärker nutzen als bisher.
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    Finnland

    Das Land hat angekündigt, bis 2030 aus der Kohle auszusteigen. Nutznießer davon sind allerdings nicht nur die erneuerbaren Energien, sondern auch die Atomkraft. Zwar verzögert sich der Bau neuer Reaktoren laufend, das Land hält bislang aber daran fest. Offshore-Wind spielt dagegen eine untergeordnete Rolle, in der finnischen Ostsee gibt es nur einen echten Windpark; ein weiterer steht auf künstlichen Inseln. Eine besondere Herausforderung ist die harsche Witterung im Bottnischen Meerbusen.

    Solowezki-Inseln im Weißen Meer: In Russland sind 2016 Pläne zum Bau eines Offshore-Windparks in der Region Karelien bekannt geworden.
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    Russland

    Die Meldung vom Dezember 2016 klingt sehr konkret: Novawind, eine Sparte des Atomkonzerns Rosatom, plane den Bau eines 60-Megawatt-Windparks im Weißen Meer, einem Nebenmeer der Barentssee östlich von Finnland. Chinesische Partner sollten das Know-how liefern, die Finanzierung würde die russische Republik Karelien übernehmen. Die Nachrichtenagentur Tass schrieb zuletzt im Februar 2018 von einem Baustart in den Jahren 2021/22. Seither war von dem Projekt mit dem Namen Kem allerdings nichts zu hören.

    Das kleine Estland bereitet den Einstieg in die Offshore-Windkraft vor.
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    Estland

    Der kleine Baltenstaat Estland plant den Einstieg in die Offshore-Windkraft mit einem vergleichsweise großen Projekt: Vorgesehen ist ein 650 Megawatt starker Windpark nahe der Insel Saaremaa. Dahinter stehen der estnische Projektentwickler Saare Wind Energy und das niederländische Spezialunternehmen Van Ooord, das bereits Erfahrungen in der Offshore-Windkraft besitzt. Anfang des Jahres bereiteten die Partner laut Medienberichten die Umweltverträglichkeitsprüfung vor. Wann das Projekt ans Netz gehen könnte, ist noch offen.

    Luftbild der lettischen Stadt Liepaja an der Ostsee an einem schönen Sommerabend. Das Land bereitet den Einstieg in die Offshore-Windkraft vor.
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    Lettland

    Wie die übrigen baltischen Staaten will auch Lettland möglichst unabhängig von russischen Energieimporten sein. Dazu baut das Land seine Kapazitäten in den erneuerbaren Energien aus. Ein Schwerpunkt liegt auf der Wasserkraft, aber auch die Windenergie an Land und auf See soll helfen, den Ökostromanteil zu steigern. Derzeit liegt er bei knapp 40 Prozent. Die Offshore-Windkraft könnte Berichten zufolge mittelfristig bis zu 180 Megawatt dazu beisteuern.

    Litauen ist in seinen Planung zum Bau von Offshore-Windparks schon weit vorangekommen.
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    Litauen

    Auch Litauen, der südlichste der drei Baltenstaaten, plant seinen ersten Windpark auf See. Vor wenigen Wochen hat die Regierung die Ausschreibung eines Parks mit einer Kapazität von 700 Megawatt beschlossen. Bis zur Inbetriebnahme könnten noch achte Jahre vergehen. Forscher der Universität Klaipėda schätzen das Potenzial in litauischen Gewässern auf insgesamt knapp 3,4 Gigawatt. Eine ausführliche Analyse der litauischen Pläne in der Offshore-Windenergie lesen Sie hier.

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    Polen

    Im Ausland gilt Polen vor allem als Verteidiger der Kohleindustrie. Dabei sind auch die Pläne in der polnischen Offshore-Windenergie überaus ambitioniert. Noch dreht sich zwar nicht ein Windrad in der polnischen Ostsee, aber schon Mitte der 2020er-Jahre könnten es Anlagen mit zusammen mehr als zwei Gigawatt sein. Mittelfristig plant das Land mit mehr als zehn Gigawatt. Medienberichten zufolge zeichnet sich ab, dass Polen beim Ausbau auf sogenannte Differenzverträge nach britischem Vorbild setzen wird.

    Rings um die Nordsseinsel Helgoland stehen drei Offshore-Windparks.
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    Deutschland

    Knapp 1500 Windräder in den deutschen Teilen der Nord- und Ostsee speisen inzwischen Strom ins Netz ein – hier finden Sie eine Liste aller deutschen Offshore-Windparks. Ihre Gesamtkapazität liegt bei 7,5 Gigawatt. Damit steht Deutschland nach Großbritannien auf Rang zwei im globalen Ranking der Länder, die auf Offshore-Windkraft setzten. Rund 25.000 Menschen sind direkt in der Branche tätig, die indirekten Beschäftigungseffekte sind sogar noch weitaus größer.

    Die Niederland haben bereits mehrere Offshore-Windparks in Betrieb genommen. Weitere befinden sich im Bau oder sind in Planung.
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    Niederlande

    Die Niederlande wagten den Sprung vom Land aufs Wasser zunächst auf dem IJsselmeer, dem durch Eindeichung einer Meeresbucht entstandenen größten Süßwassersee des Landes. Hier drehten sich schon 1994 die ersten Rotoren. Heute treiben die Niederlande den Ausbau der Offshore-Windkraft in der Nordsee energisch voran. Bis 2030 soll die Kapazität auf 11,5 Gigawatt steigen. Mehrere große Projekte befinden sich im Bau oder sind in Planung.

    Belgien macht beim Ausbau der Offshore-Windenergie große Fortschritte.
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    Belgien

    Sieben große Offshore-Windparks in belgischen Gewässern sind bereits in Betrieb, ein weiterer befindet sich in der Bauphase. Damit erschließt auch Belgien trotz seiner eher schmalen Küste von rund 65 Kilometern in zunehmendem Maß das Potenzial der Offshore-Windkraft. Nach Großbritannien, Deutschland und China liegt das Land auf Rang vier im globalen Ranking – gemessen an der Einwohnerzahl sogar auf Rang drei. Ende 2020 soll die Kapazität 2,3 Gigawatt erreichen.

    Großbritannien ist der weltgrößte Markt für Offshore-Wind.
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    Großbritannien

    „Britannia, rule the waves“, schmettern die Briten mit Inbrunst, und wenn es um die Offshore-Windkraft geht, darf sich das Land tatsächlich als Herrscher der Meere fühlen. Die Kapazität der britischen Offshore-Windparks liegt aktuell bei 10,5 Gigawatt, und eine ganze Reihe neuer Projekte in der Nordsee und der Irischen See sind in Vorbereitung. Auch schwimmende Windkraftanlagen sind darunter. Bis 2030 soll die Gesamtkapazität auf 30 Gigawatt steigen.

    Steilküste in Irland: In der Offshore-Windenergie schöpft die Insel ihr Potenzial bislang kaum aus. Doch das soll sich ändern.
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    Irland

    In der Irischen See steht zwar bereits ein Dutzend Offshore-Windparks, in irischen Gewässern befindet sich aber nur ein einziger davon – mit gerade einmal 25 Megawatt. Das soll sich nun ändern: Bis 2030 plant die Regierung den Bau von Windparks mit einer Kapazität von zusammen 3,5 Gigawatt. Allerdings gibt es laut einem Bericht des irischen Windverbands nicht einen einzigen geeigneten Hafen zur Verschiffung der Komponenten, sodass dies von britischen Häfen aus erfolgen müsste.

    Frankreich ist ein Spätstarter in der Offshore-Windenergie. Doch inzwischen kommt Schwung in den Ausbau. Das gilt sowohl für Floating-WInd als auch für fest im Meeresboden installierte Anlagen.
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    Frankreich

    In Frankreich dominiert seit Jahrzehnten die Atomkraft die Energieversorgung. Sie hat eine starke Lobby, die immer wieder die Vorzüge für den Klimaschutz betont – immerhin stoßen Atommeiler kein CO2 aus. Doch inzwischen kommt auch die Offshore-Windenergie voran. Zwar ist bislang erst ein kleiner schwimmender Windpark vor der Küste der Bretagne in Betrieb, doch zahlreiche weitere Projekte sind in Planung. Bis 2030 plant die französische Regierung mit einer Kapazität von neun Gigawatt.

    Vor der spanischen Kanareninsel Gran Canaria dreht sich bereits ein Offshore-Windrad im Meer.
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    Portugal setzt in der Offshore-Windenergie vor allem auf schwimmende Anlagen, im Fachjargon Floating Wind genannt.
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    Italiens erster Offshore-Windpark könnte vor Apulien entstehen. Die Planungen sind schon weit gediehen.
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    Italien

    Italiens erster Offshore-Windpark soll vor dem Hafen von Tarent tief im Südosten des Landes entstehen. Der Baubeginn des Projekts mit zehn Drei-Megawatt-Anlagen hat sich allerdings mehrfach verzögert – nicht zuletzt, weil die Turbinen vom inzwischen in die Pleite gerutschten Hersteller Senvion stammen sollten. Wie es mit dem Windpark weitergeht, ist aktuell nicht bekannt. Der italienische Ölkonzern Eni spielt Medienberichten zufolge einen Einstieg in die Schwimmwindkraft durch.

    Auch in Griechenland existieren Pläne zum Einstieg in die Offshore-Windkraft. Ob sie tatsächlich umgesetzt werden, ist eine andere Frage.
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    Griechenland

    Auch wenn eine Reihe von Studien zum Potenzial der Offshore-Windkraft in Griechenland durchs Internet geistern und verschiedentlich sogar über konkrete Projekte etwa vor Korfu diskutiert wird – dass dort tatsächlich in absehbarer Zeit Windparks im Meer stehen, ist unwahrscheinlich. Lediglich ein Projekt für schwimmende Windräder des Unternehmens Seawind scheint halbwegs realistische Erfolgschancen zu haben, nachdem der Energiekonzern Equinor 2019 Interesse daran bekundete.

    Die Türkei hat mit der Ankündigung zum Einstieg in die Offshore-Windenergie viele überrascht.
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    Türkei

    Noch gibt es kein einziges Offshore-Windrad in den türkischen Teilen von Schwarzem Meer, Ägäis und Mittelmeer, doch die Ankündigung, mit der das türkische Energieministerium Anfang 2018 überraschte, ist gewaltig: Die Türkei bereite den Bau des größten Offshore-Windparks der Welt vor. Im März 2019 ging die dänische Energieagentur eine Partnerschaft mit der Türkei ein, um das Land bei der Technologie zu unterstützen. Seither ist es allerdings still um die Pläne geworden.

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    Mauritius

    Der zu Afrika zählende Inselstaat Mauritius im Südwesten des Indischen Ozeans bezieht seine Energie vorwiegend aus Kohlekraft und Dieselgeneratoren. Bis 2025 will die Regierung allerdings den Ökostromanteil auf 35 Prozent ausbauen. Dazu hat Mauritius im März 2016 offiziell bekundet, auch an der Entwicklung von Offshore-Windparks interessiert zu sein. Ob daraus konkrete Projekte entstehen, ist allerdings fraglich – seit gut drei Jahren gibt es keine neuen Nachrichten zu dem Projekt.

    Der Inselstaat Taiwan ist ein Hotspot der Offshore-Windenergie in Asien.
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    Taiwan

    Zu einem Schwerpunkt der Offshore-Windkraft in Asien entwickelt sich der Inselstaat Taiwan. Bis 2025 sollen dort Windräder mit einer Gesamtkapazität von 5,5 Gigawatt stehen. Zwei Windparks laufen bereits, zahlreiche weitere befinden sich in der Bauvorbereitung oder sind in Planung. Praktisch die gesamte globale Offshore-Windindustrie drängt in das Land. Sie alle versprechen sich vom wachsenden asiatischen Markt gute Absatzchancen für ihre Produkte.

    Bislang hat Hongkong sein Potenzial für Offshore-Wind nicht erschlossen.
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    China

    Einen ganzen Schritt weiter als Taiwan ist der Nachbar China. Wie in so vielen Branchen strebt das Land auch in der Offshore-Windenergie mit Macht an die Weltspitze. Jedes Jahr werden Windparks ans Netz angeschlossen, die zusammen auf Kapazitäten im Gigawattbereich kommen. Große Windparks stehen etwa im Gelben Meer und im Ostchinesischen Meer. Zahlreiche weitere befinden sich im Bau. Zudem exportiert China zunehmend Komponenten und Know-how ins Ausland.

    Südkorea ist eines der Länder in Asien, die bei ihrer Energiewende auf Offshore-Windparks setzen.
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    Südkorea

    Auch Südkorea ist schon seit einigen Jahren in der Offshore-Windkraft aktiv. Im Ostchinesischen Meer nahm das Land bereits 2012 die ersten beiden Anlagen eines Demonstrationsprojekts in Betrieb. Ein zweiter Windpark mit zehn Windrädern wurde 2017 eröffnet, und ein dritter mit 20 Windrädern befindet sich inzwischen im Teilbetrieb. Zwischenzeitlich hatte die Regierung sogar davon gesprochen, künftig ein Fünftel des koreanischen Energiebedarfs aus der Offshore-Windkraft decken zu wollen.

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    Singapur

    Wie sehr sich Südostasien zum Hotspot für Offshore-Wind entwickelt, belegt eine Einschätzung der Regierung von Singapur: Demnach könne die maritime Wirtschaft enorm vom Boom der Branche profitieren, indem sie Kapazitäten beim Bau von Arbeits- und Errichterschiffen aufbaut. Zudem engagiert sich Singapur finanziell bei Offshore-Windparks in China. Dass auch vor der Küste des Stadtstaats selbst Windräder gebaut werden, ist aber unwahrscheinlich: Seine Fläche entspricht nur der von Hamburg.

    Auch in Vietnam existieren bereits Offshore-Windräder.
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    Vietnam

    Im Südchinesischen Meer läuft seit 2015 Vietnams erster Offshore-Windpark. Ein zweites Projekt mit dem Namen Khai Long befindet sich im Bau. Es soll in zwei Ausbaustufen auf insgesamt 100 Windräder anwachsen und mit Zwei-Megawatt-Turbinen von General Electric bestückt werden. Weitere Parks befinden sich in Planung. Erst Mitte Juli gab Siemens Gamesa bekannt, den Zuschlag zur Lieferung von 36 Fünf-Megawatt-Turbinen für die Parks Tan Thuan und Thai Hoa erhalten zu haben.

    Japan setzt in der Offshore-Windenergie auf schwimmende Turbinen (Floating-Wind) und auf fest im Meer verankerte Anlagen.
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    Japan

    Steil abfallende Küsten machen Japan zu einem bevorzugten Standort für schwimmende Windräder. Erste Anlagen laufen bereits, unter anderem in der Bucht vor Fukushima. Daneben sind inzwischen drei fest im Meeresboden verankerte Windparks in Betrieb, fünf weitere befinden sich im Planungsstadium. Insgesamt hat die Regierung elf Regionen für die Offshore-Windkraft ausgewiesen. Die Hauptlast unter den Erneuerbaren trägt in Japan allerdings nach wie vor die traditionell starke Solarenergie.

    Wolkenkratzer am Strand in Australien: Das Land plant den Einstieg in die Offshore-Windkraft mit dem Park Star of the South vor der Küste Victorias.
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    Australien

    Der erste Offshore-Windpark auf der Südhalbkugel könnte vor der Küste des Bundesstaats Victoria im Südosten Australiens entstehen. Im April 2020 wurden die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Im Gespräch sind Medienberichten zufolge bis zu 250 Windräder mit einer Gesamtkapazität von 2000 Megawatt. Der Name des geplanten Projekts: Star of the South. Er erinnert an ein Schiff, mit dem Ende des 19. Jahrhunderts Einwanderer in die Region kamen.

    Offshore-Wind in Neuseeland: Die regionale Wirtschaftsförderagentur Venture Taranaki wirbt für den Bau von Windparks vor der Küste Neuseelands.
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    Neuseeland

    In einem deutlich früheren Stadium befinden sich die Planungen in Neuseeland. Die regionale Wirtschaftsförderung Venture Taranaki hat Anfang 2020 eine Studie erstellt, der zufolge vor der Nordhalbinsel ein theoretisches Potenzial für Offshore-Windparks mit einer Kapazität von mehr als 100 Gigawatt besteht. 15 Gigawatt davon entfielen auf fest installierte Anlagen, 90 Gigawatt auf Floating Wind. Ob die Studie in konkrete Projekte münden wird, ist bislang allerdings offen.

    Kanadas erster Offshore-Windpark könnte nördlich von Vancouver Island im Pazifik entstehen.
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    Kanada

    Grundsätzlich sind in Kanada nicht nur der Pazifik und der Atlantik, sondern auch die Großen Seen für Offshore-Windparks geeignet. Doch bislang kommen die Planungen nur schleppend voran. Ein Windpark im Ontariosee wurde aufgegeben. Besser sieht es für ein Projekt vor der Küste von British Columbia nahe den Haida-Gwaii-Inseln aus: Kürzlich übernahm der Energiekonzern Northland Power die Rechte daran. Er ist auch an Offshore-Windparks in Europa beteiligt.

    Offshore-Wind ist in den USA noch ein kleines Business: Bislang ist erst ein kleiner Offshore-Windpark im Atlantik in Betrieb. Zahlreiche Bundesstaaten treiben den Ausbau aber energisch voran.
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    USA

    Mit ihren Küsten am Atlantik, dem Golf von Mexiko und am Pazifik sind die USA prädestiniert für Offshore-Windräder. Bislang ist aber erst ein Park 300 Kilometer nordöstlich von New York am Netz. Dabei gab es schon 2001 Planungen für ein größeres Projekt. Doch der Park in der Nähe der Nobelinsel Martha’s Vineyard scheiterte nicht zuletzt am Widerstand des Kennedy-Clans. Der zweite Anlauf verspricht besser zu werden: Sowohl im Atlantik als auch im Pazifik sind gewaltige Projekte geplant.

    Der Karibikstaat Barbados erwägt einen Einstieg in die Offshore-Windenergie.
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    Barbados

    Auch Barbados zählt inzwischen zum Kreis der Länder, die auf Offshore-Windkraft setzen. Der karibische Inselstaat mit seinen gut 300.000 Einwohnern hat eine ganze Reihe von Studien ausgeschrieben, die das Potenzial der Energieerzeugung in seinen Gewässern analysieren sollen. Im Fokus sind dabei sowohl fest im Meeresboden verankerte als auch schwimmende Windräder. Die Europäische Union und die Inter-American Development Bank unterstützen das Projekt.

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    Brasilien

    Mit der Energiegewinnung auf dem Meer hat Brasilien jahrzehntelange Erfahrung. Bisher geht es dabei allerdings um die Ausbeutung der Ölreserven, die tief unter dem Grund des Atlantiks liegen. Und auch der im September 2018 angekündigte Einstieg in die Offshore-Windkraft steht damit in Zusammenhang: Die Schwimmwindprojekte, die der halbstaatliche brasilianische Energiekonzern Petrobras mit Equinor plant, könnten zur Stromversorgung der Ölplattformen genutzt werden.

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