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Der Kampf gegen den Klimawandel und die Anpassung an seine nicht mehr zu verhindernden Folgen gehören zusammen, sagt Christian Serrer.
Christian Serrer ist ein Experte darin, komplexe Sachverhalte anschaulich zu erklären. In seinem neuen Buch „Eis gegen heiß“ beschreibt er, wie sich die Gesellschaft und jeder Einzelne gegen die Folgen der Erderwärmung wappnen können. Serrer studierte Wirtschaft an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen und schrieb mit seinem einstigen Kommilitonen David Nelles bereits die Aufklärungsbücher „Kleine Gase – große Wirkung“ und „Machste dreckig – machste sauber“. Im Gespräch mit EnergieWinde beschreibt er, mit welcher einfachen Maßnahme Klimaanpassung beginnt, weshalb Anpassung und Emissionsminderung zusammengedacht werden müssen – und wieso schlechte Kommunikation politische Fortschritte torpediert.
Herr Serrer, Sie haben bereits zwei Bücher zum Klimawandel und zur Klimakrise veröffentlicht. Jetzt haben Sie „Eis gegen heiß“ zur Klimaanpassung geschrieben. Wen wollen Sie damit erreichen?
Christian Serrer: Das Buch ist vor allem für Privatpersonen. Wir wollen zeigen, wie sie sich an die Erderwärmung anpassen können, unabhängig davon, was Politik oder Gesellschaft gerade leisten. Viele Auswirkungen des Klimawandels beginnen längst vor der eigenen Haustür, aber wir sind auch nicht machtlos. Wir wollen Mut machen, dass Klimaanpassung keine Raketenwissenschaft ist.
Anpassung kann den Klimaschutz aber nicht ersetzen.
Serrer: Nein, und man darf beides auch nicht in einen Topf werfen. Anpassung setzt bei der Verwundbarkeit an, Klimaschutz bei konkreten Klimafolgen. Anschaulich wird das beim Klimarisikopropeller. Der zeigt, dass ein Risiko entsteht, wenn drei Dinge aufeinandertreffen: Erstens eine Klimagefahr – zum Beispiel ein Starkregenereignis mit Überschwemmungen. Der zweite Faktor ist die Ausgesetztheit, also etwa wenn ein Gebäude im Überschwemmungsgebiet steht. Und drittens die Verwundbarkeit, in diesem Fall wäre das zum Beispiel mangelnder Hochwasserschutz. Das akute Risiko kann durch Klimaanpassung minimiert werden. Durch ein Frühwarnsystem und besseren Hochwasserschutz und indem Gebäude nicht mehr in Hochwassergebieten gebaut werden.