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Orkane, Trockenheit und der Borkenkäfer haben viele Fichtenwälder in Deutschland in Mondlandschaften verwandelt.
Von Peter Ringel
Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr, Frauenschuh und Brauns Schildfarn, Gelbbauchunke und Skabiosen-Scheckenfalter: Wegen solch seltener Arten ist das Werra- und Wehretal als Flora-Fauna-Habitat geschützt. Nach dem Wattenmeer ist es Deutschlands zweitgrößtes FFH-Gebiet. Weite Teile davon gehören zum Forstamt Hessisch Lichtenau. In dessen Wäldern findet sich aber nicht nur eine reiche Natur. Zugleich drehen sich dort 30 Windräder, zehn weitere sollen folgen. Nirgendwo in Hessen ist so viel Windkraftleistung im Wald installiert.
„In 30 bis 50 Jahren wird sich hier Mischwald entwickelt haben“, sagt Günter Groß. Der Förster weist auf eine kahle Kuppe des Kaufunger Walds. Rund um die Windkraftanlagen erstreckten sich bis vor einigen Jahren noch großflächige Fichtenbestände. Nach dem Orkan Friederike von 2018, dem vier Dürrejahre und der Borkenkäfer folgten, stehen die Anlagen auf einem offenen Plateau. Ist das Totholz geräumt, wird mit Eiche und Weißtanne aufgeforstet. Birken, Fichten und Ahorn kommen von allein. In deren Schatten folgt die Buche, erklärt Groß bei der Tour mit dem E-Auto quer durch den Forstbezirk.