Mythen der Energiewende

  • Search30.01.2024

Es gibt keine Renaissance der Atomenergie

Immer wieder kündigen Länder neue Reaktoren an, doch in der Realität tut sich wenig. Die Atomkraft hat ihren Zenit vor Jahrzehnten überschritten und stagniert bestenfalls. Weil sie teuer, unflexibel und gefährlich ist.

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    Es hat etwas von „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Alle paar Monate kündigt irgendein Land auf der Welt den Bau neuer Kernkraftwerke an, und schon ist von einer „Renaissance der globalen Atomenergie“ die Rede, der sich einzig Deutschland beharrlich verweigere. Doch das ist Unsinn. Die Fakten sprechen eine grundlegend andere Sprache:

    • Der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Stromproduktion sinkt bereits seit den Neunzigern; er hat sich auf gut neun Prozent annähernd halbiert.
    • Die Zahl der weltweiten Atomkraftwerke hat ihren Zenit bereits vor der Tschernobyl-Katastrophe 1986 überschritten. Seither überstieg die Zahl der Stilllegungen meist die der neu in Betrieb genommenen Anlagen.
    • Einzig China hat in den vergangenen Jahren in nennenswertem Umfang neue Reaktoren gebaut. Doch auch dort wächst die Stromerzeugung aus Erneuerbaren um ein Vielfaches schneller.
    Seit Jahre wird über eine angebliche Renaissance der Atomenergie gesprochen. Die Zahlen belegen das Gegenteil: Der Einfluss der Atomenergie schwindet.

    Die Ursache für den Niedergang der Atomenergie ist in erster Linie ökonomischer Natur: Atomstrom ist schlicht zu teuer. Die wenigen Reaktoren, die in Europa zuletzt nach massiven Kostensteigerungen und jahrelangen Bauverzögerungen ans Netz gingen, wären ohne staatliche Subventionen nie gebaut worden. Selbst der französische Rechnungshof warnte zuletzt eindringlich vor einem weiteren Ausbau der Atomkraft.

    Zudem wäre kein Versicherungskonzern bereit, die Risiken eines Super-GAUs zu übernehmen. Erneuerbare Energien werden dagegen immer öfter auch ohne staatliche Förderung installiert.

    Und auch zur Deckung der sogenannten Grundlast sind Atomkraftwerke nicht nötig. Dazu sind die Erneuerbaren auch selbst in der Lage, wenn nötigen Speicher gebaut und die Stromnetze intelligent gemanagt werden.

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