Es hat etwas von „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Alle paar Monate kündigt irgendein Land auf der Welt den Bau neuer Kernkraftwerke an, und schon ist von einer „Renaissance der globalen Atomenergie“ die Rede, der sich einzig Deutschland beharrlich verweigere. Doch das ist Unsinn. Die Fakten sprechen eine grundlegend andere Sprache:
- Der Anteil der Atomenergie an der weltweiten Stromproduktion sinkt bereits seit den Neunzigern; er hat sich auf gut neun Prozent annähernd halbiert.
- Die Zahl der weltweiten Atomkraftwerke hat ihren Zenit bereits vor der Tschernobyl-Katastrophe 1986 überschritten. Seither überstieg die Zahl der Stilllegungen meist die der neu in Betrieb genommenen Anlagen.
- Einzig China hat in den vergangenen Jahren in nennenswertem Umfang neue Reaktoren gebaut. Doch auch dort wächst die Stromerzeugung aus Erneuerbaren um ein Vielfaches schneller.