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Erdöl war ein Jahrhundert lang der Schmierstoff der Weltwirtschaft. Viele Populisten kämpfen dafür, dass es so bleibt.
Von Julia Graven
„Windmühlen der Schande“, „Heizhammer“, „Ökodiktatur“, „Energie-Stasi“, „Flatterstrom“ – kaum ein politisches Projekt wird mit so vielen Schlagworten bekämpft wie die Energiewende. Die Begriffe sind eingängig, sie wecken Emotionen und fallen besonders im Umfeld populistischer Parteien. Denn sie zählen zu den entschiedensten Gegnern von Klimaschutz und Energiewende. Und das ist kein Zufall.
Dabei müsste doch eigentlich heimischer Wind- und Solarstrom zumindest rechte Populisten glücklich machen: Schließlich stehen Erneuerbare für mehr Unabhängigkeit, weniger Energieimporte und stabile Preise. Zudem hat sich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine gezeigt, wie verwundbar fossile Energieimporte ein Land ohne eigene Öl- und Gasvorkommen machen. Explodierende Gaspreise haben die Inflation befeuert und die Menschen verunsichert. Eigentlich eine Steilvorlage für die Wärmewende.
Stattdessen wurde das Gebäudeenergiegesetz zum politischen Flächenbrand. „Habecks Heizhammer“ avancierte zum Kampfbegriff des Jahres.
Ist es ein Kennzeichen von Populisten, dass sie die Energiewende ablehnen? Dass sie Klimaschutz als eine Art Klassenkampf verstehen? Und wenn ja, warum ist das so? Und ließe sich das umdrehen? Vielleicht mit einer Art Klimapopulismus, der lauthals Stimmung macht für die Erneuerbaren?