Die stärksten Windkraftturbinen der Welt

Rekordjagd auf See

Ein einzelnes Offshore-Windrad erzeugt heute so viel Strom wie früher ganze Parks: Gleich mehrere Turbinenbauer knacken Schallmauer von zehn Megawatt. Sogar 15-Megawatt-Anlagen sind bereits in Planung.

InhaltsverzeichnisToggle-Icons

    Als 1991 der erste Offshore-Windpark der Welt vor dem dänischen Vindeby ans Netz ging, kamen seine elf Turbinen auf eine Leistung von je 0,45 Megawatt. Der erste deutsche Offshore-Windpark Alpha Ventus war bei seinem Start 2009 mit Fünf-Megawatt-Anlagen bestückt. Heute sind bereits Windräder in Betrieb, die auf acht Megawatt kommen.

    Die Rekordjagd der Turbineningenieure ist aber noch nicht zu Ende. Der geplante britische Offshore-Windpark Sofia etwa soll mit 14-Megawatt-Turbinen ausgerüstet werden. Und für das Projekt Coastal Virginia vor der Ostküste der USA sind Anlagen mit einer Kapazität von 15 Megawatt vorgesehen. Ein einziges Windrad damit kommt auf mehr als die dreifache Leistung des gesamten Vindeby-Parks. Und Coastal Virginia wird aus 176 Windrädern bestehen.

    Die stärksten Offshore-Windturbinen der Welt

    Der britische Offshore-Windpark Blyth bei Sonnenuntergang: Die fünf Turbinen von MHI Vestas erzeugen jeweils bis zu 8,3 Megawatt Strom.

    MHI Vestas Das Joint-Venture des dänische Branchenpioniers Vestas und des japanischen Herstellers Mitsubishi Heavy Industries hat Anfang des Jahres eine 9,5-Megawatt-Turbine auf dem Windkrafttestgelände Østerild nahe der dänischen Nordseeküste in Betrieb genommen. Die Rotorblätter haben eine Länge von 85 Metern. Im britischen Windpark Blyth, der auf dem Foto zu sehen ist, kommen bereits Turbinen mit einer Leistung von bis zu 8,3 Megawatt zum Einsatz.

    Block Island in den USA: Der Offshore-Wind ist mit Sechs-Megawatt-Anlagen von GE bestückt.

    General Electric Der US-Hersteller ist durch den Kauf der Energiesparte des französischen Alstom-Konzerns 2015 in die Topliga der Offshore-Windindustrie aufgestiegen. Sechs-Megawatt-Turbinen von GE werden im US-Offshore-Windpark Block Island (Foto) und im deutschen Projekt Merkur in der Nordsee eingesetzt. Ab 2023 sollen mehrere Windparks in Großbritannien und den USA mit GE-Turbinen ausgestattet werden, die auf eine Leistung von zwölf Megawatt kommen.

    Der mit Acht-Megawatt-Turbinen von Siemens Gamesa bestückte Offshore-Windpark Race Bank in Großbritannien kommt auf eine Leistung von 573 Megawatt.

    Siemens Gamesa Ihre Rotorblätter sind mit 108 Metern so lang wie ein Fußballfeld: 2021 soll der Prototyp einer neuen 14-Megawatt-Turbine von Siemens Gamesa präsentiert werden; der Marktstart ist für 2024 angekündigt. Innogy hat gleich 100 Turbinen für seinen britischen Offshore-Windpark Sofia bestellt. Im US-Projekt Coastal Virginia sollen die Anlagen sogar auf 15 Megawatt kommen. Das Foto zeigt den britischen Park Race Bank mit Acht-Megawatt-Turbinen.

    Onshore-Windrad von MingYang in China: Der Windradhersteller zählt neben Dongfang und Goldwind auch in der Offshore-Windkraft zu den führenden chinesischen Anbietern.

    Dongfang Electric Die prestigeträchtige Marke von zehn Megawatt hat auch der chinesische Anlagenbauer Dongfang mit einer Demonstrationsanlage erreicht, die der Konzern im Sommer gemeinsam mit der China Three Gorges Corporation an der Straße von Taiwan in Betrieb nahm. Damit ließ Dongfang die heimischen Rivalen MingYang (Foto: Onshore-Windrad) und Goldwind hinter sich, deren aktuell stärkste Anlagen auf 8,3 bzw. 6,45 Megawatt kommen.

    Offshore-Windenergie 2020: Die Statistik zeigt die Kapazität der weltweit im Bau befindlichen Offshore-Windparks. Die mit Abstand meisten Parks entstehen in China. In Deutschland dagegen wird derzeit kein Projekt gebaut.

    Der rasante technologische Fortschritt ist die Basis für den Ausbau der Offshore-Windenergie. Nach aktuellen Zahlen kommen die derzeit installierten 157 Offshore-Windparks weltweit zusammen auf eine Kapazität von knapp 30 Gigawatt. Gut ein Drittel davon entfällt allein auf britische Windparks, Deutschland liegt mit knapp acht Gigawatt aktuell auf Rang zwei der größten Offshore-Windpark-Betreiber. Das dürfte sich allerdings schon bald ändern. Denn ...

    Offshore-Windenergie weltweit: In China sind derzeit mit Abstand die meisten Offshore-Windparks im Bau, gefolgt von den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark. In Deutschland wird aktuell nicht ein einziger Windpark auf See gebaut.

    ... derzeit befindet sich in Deutschland nicht ein einziger weiterer Windpark in Bau. In China dagegen werden Parks mit einer Leistung von zusammen mehr als 4,6 Gigawatt errichtet. Erst Ende 2021 sollen in Deutschland die Arbeiten am nächsten Projekt beginnen, dem Windpark Kaskasi nördlich von Helgoland. Für den stockenden Ausbau macht die Branche die wiederholten Änderungen an den politischen Rahmenbedingungen in der Windenergie verantwortlich.

    Go Top