
Waldelefanten: Gärtner der Regenwälder
Wer zweieinhalb Tonnen wiegt, zwei Meter misst und sich seinen Weg tagein, tagaus durch dichten Regenwald bahnen muss, dem kann man einen gesunden Appetit nicht verdenken. Afrikanische Waldelefanten sind entsprechend wenig wählerisch bei der Zusammenstellung ihrer Speisekarte. Blätter, Früchte, Rinde, ganze Sträucher oder gleich komplette Jungbäume verschwinden in ihren Mägen. Auf der Nahrungssuche schlagen sie ungerührt Schneisen der Verwüstung in den Dschungel. Und das ist für das Klima eine ziemlich gute Sache.
Denn genauso wie Pflanzen im heimischen Garten besser wachsen, wenn man das Gebüsch ringsherum zurückschneidet, schießen auch Regenwaldbäume in die Höhe, wenn sie einen besseren Zugang zu Licht und Wasser haben. Auf diese Weise speichern die verbliebenen Bäume ein Mehrfaches des Kohlenstoffs in ihren Stämmen und Blättern, den die Vegetation ohne das gärtnerische Elefantenwerk aufnehmen könnte.
Forscher gehen davon aus, dass rund sieben Prozent der Pflanzenmasse im Lebensraum der Waldelefanten verloren ginge, sollten die vom Aussterben bedrohten Tiere verschwinden. Auch die Biodiversität würde leiden, etwa weil die Tiere über ihre Ausscheidungen Pflanzensamen verteilen. Elefantenschutz ist daher Artenschutz und Klimaschutz in einem.