Mythen der Energiewende

  • Search30.01.2024

Deutschland hat genügend Platz für Erneuerbare

Gibt es im dicht besiedelten Deutschland genügend Platz für Wind- und Solarparks? Ja, sagt die Forschung – und entkräftigt damit ein gängiges Vorurteil gegen die Energiewende.

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    Deutschland ist ein dicht besiedeltes Land und die Konkurrenz um Flächen entsprechend groß. Äcker, Siedlungen, Gewerbegebiete, Straßen – all das benötigt Platz. Der Bau von Wind- und Solarparks macht die Sache nicht einfacher. Was die Frage aufwirft: Ist Deutschland womöglich zu klein für die Energiewende?

    Nein. Studien zufolge hat Deutschland genügend Platz für erneuerbare Energien. Für die Windkraft sind gesetzlich zwei Prozent der Landesfläche vorgesehen, was dem Umweltbundesamt zufolge ausreicht. Und auch in der Solarenergie ist der Flächenbedarf zwar nicht unerheblich, aber doch überschaubar, wenn man ihn ins Verhältnis zu anderen Nutzungsformen setzt (siehe Infografik). Bis zum Jahr 2030 geht der Bundesverband Neue Energie (BNE) von einem Bedarf von 0,3 Prozent der Fläche aus. Allerdings wird Deutschland zusätzlich zum selbst erzeugten Strom auch Importe brauchen.

    Bodenfläche in Deutschland nach Nutzungsart, Anteile in Prozent: Für Solarenergie wird nur ein Bruchteil der Fläche benötigt, den beispielsweise der Verkehr in Anspruch nimmt.

    Eine Vollversorgung mit Energie aus heimischer Produktion gab es allerdings weder in der Vergangenheit, noch strebt Deutschland sie in Zukunft an. Auch heute ist das Land nicht autark. Wir importieren gewaltigen Mengen Energie, vor allem in Form von Kohle, Öl und Gas. (Stromimporte machen nur einen Bruchteil davon aus.) Künftig werden die Importe zunehmend aus erneuerbaren Quellen stammen.

    Autarkie ergibt zudem schon ökonomisch keinen Sinn: Es ist günstiger, Strom im europäischen Verbund zu handeln. Mal ist er in Deutschland günstiger, mal in Skandinavien, Frankreich oder den Alpenländern. Durch den Austausch werden die Preisspitzen gekappt.

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