Liste der deutschen Offshore-Windparks

6,2 Gigawatt auf See

22 Offshore-Windparks sind in den deutschen Teilen von Nord- und Ostsee inzwischen ans Netz gegangen, weitere befinden sich im Bau. Wir stellen alle Projekte mit ihren Leistungsdaten vor.

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    Mit dem Probebetrieb von Alpha Ventus hat im August 2009 das Zeitalter der Offshore-Windenergie in Deutschland begonnen. Seither hat der Ausbau rasante Fortschritte gemacht – wobei in manchen Jahren mehr, in anderen Jahren weniger neue Windräder im Meeresboden verankert wurden: Die wiederholt veränderten politischen Rahmenbedinungen haben die Offshore-Windindustrie zu einem Wellengeschäft gemacht.

    Heute laufen 22 Windparks in den deutschen Teilen von Nord- und Ostsee im Regelbetrieb. Zusammen erreichen sie eine Leistung von 6,2 Gigawatt – das entspricht mehr als fünf mittleren Atomkraftwerken. Fünf weitere Projekte befinden sich im Bau.

    Hier sind alle deutschen Offshore-Windparks im Überblick.

    Offshore-Windpark Alpha Ventus: Ein Boot bringt Techniker zu Wartungsarbeiten zu den Windrädern.
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    Alpha Ventus

    Während sich im dänischen Vindeby bereits 1991 Windräder auf See drehten, dauerte es in Deutschland fast 20 Jahre länger bis zur Inbetriebnahme des ersten Offshore-Windparks. Im August 2009 begann der Probebetrieb der ersten drei von insgesamt zwölf Anlagen von Alpha Ventus, knapp 45 Kilometer nordwestlich von Borkum in der Nordsee. Im April 2010 feierten die Betreiber EWE, Eon und Vattenfall die offizielle Inbetriebnahme des Parks mit einer Kapazität von 60 Megawatt.

    Offshore-Windpark Baltic 1: Das Bild zeigt die Umspannstation und einige Windräder des ersten Windparks in der deutschen Ostsee.
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    Baltic 1

    Gut ein Jahr später ging auch in der deutschen Ostsee der erste Offshore-Windpark in Betrieb. Bauherr und Eigentümer ist der Energiekonzern EnBW aus Baden-Württemberg. Im Vergleich zu den Windrädern in der Nordsee steht Baltic 1 deutlich näher am Festland – bis zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind es gut 16 Kilometer. Grund für die größeren Distanzen in der Nordsee ist der Nationalpark Wattenmeer, der als Standort für Windparks nicht infrage kommt. Die 21 Windräder von Baltic 1 haben eine Kapazität von insgesamt 48,3 Megawatt.

    Offshore-Windpark Bard Offshore 1:  Der Windpark steht weit draußen in der Nordsee.
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    Bard Offshore 1

    Parallel zum Bau von Alpha Ventus lief in der Nordsee der von Bard Offshore 1 fast 90 Kilometer nordwestlich von Borkum mit 80 Anlagen und einer Kapazität von 400 Megawatt. Die ersten Windräder gingen 2010 ans Netz, bis zur Fertigstellung des kompletten Windparks dauerte es aber noch bis August 2013. Schlechtes Wetter und Probleme mit dem Baugrund sollen zu der Verzögerung und damit auch zu deutlich höheren Kosten geführt haben. Der Bauherr, die Bard-Gruppe aus Emden, meldete Ende 2013 Insolvenz an. Eigentümer ist heute die Firma Ocean Breeze, betrieben wird der Park von Offshore Wind Solutions.

    Offshore Windpark Riffgat: Ein Katamaran mit Technikern fährt unter dramatischem Himmel durch die Windräder.
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    Riffgat

    Auch der Windpark Riffgat liegt nordwestlich von Borkum, allerdings nur rund 15 Kilometer entfernt. Zwar feierten die Eigentümer EWE aus Oldenburg und Enova aus Ostfriesland nach nur 14 Monaten Bauzeit schon im August 2013 die Einweihung des Windparks. Bis die 30 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 108 Megawatt ihren Strom ins Netz einspeisen konnten, dauerte es allerdings noch bis Februar 2014. Der Grund für die Verzögerung: Der Netzbetreiber Tennet musste die vorgesehene Trasse für den Kabelanschluss ans Festland zunächst von Tonnen von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg befreien.

    Offshore-Windpark Meerwind: Auf diesem Luftbild aus dem Helikopter erstrecken sich die Windräder bis zum Horizont.
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    Meerwind

    Der 24 Kilometer nordwestlich von Helgoland gelegene Windpark Meerwind bestand ursprünglich aus zwei getrennten Projekten: Meerwind Süd und Meerwind Ost. 2012 fasste der Eigentümer WindMW die Parks mit ihren zusammen 80 Windrädern und einer Gesamtkapazität von 288 Megawatt zu einem Projekt zusammen. Die offizielle Einweihung fand im November 2014 am Firmensitz von WindMW in Bremerhaven statt. 80 Prozent des Unternehmens gehörten bis 2016 dem US-Finanzinvestor Blackstone, der seine Anteile aber an den chinesischen Energiekonzern China Three Gorges Corporation verkaufte. Die übrigen 20 Prozent liegen bei der Windland Energieerzeugungs GmbH.

    Offshore-Windpark Dan Tysk: Ein Mann wird vom Helikopter auf eine der Gondeln abgeseilt.
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    Dan Tysk

    Gut ein halbes Jahr nach Meerwind begingen der schwedische Energiekonzern Vattenfall und die Stadtwerke München im April 2015 die feierliche Eröffnung ihres ersten Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Die ersten der insgesamt 80 Windräder von Dan Tysk speisten ihre Energie allerdings schon im Dezember 2014 ins Stromnetz ein. Neben Vattenfall sind auch die Stadtwerke München mit 49 Prozent an dem Projekt beteiligt. Insgesamt kann der Windpark bis zu 288 Megawatt Strom liefern.

    Offshore-Windpark Baltic 2: Mithilfe eines Kranschiffs werden Rotorblätter am Turm eines Windrads angebracht.
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    Baltic 2

    Im Frühjahr 2015 feierte EnBW die Inbetriebnahme seines zweiten Windparks in der Ostsee. Obwohl zwischen der Fertigstellung beider Projekte nur rund dreieinhalb Jahre lagen, sind die Dimensionen von Baltic 2 ganz andere. Die Zahlen verdeutlichen den Technologiesprung, den die Branche in dieser Zeit geschafft hat: Die 80 Windräder von Baltic 2 sind mit einer Nabenhöhe von 78 Meter über dem Meeresspiegel gut ein Drittel größer als die von Baltic 1, insgesamt kann der Park mit 288 Megawatt gut sechsmal mehr Strom erzeugen. Zudem liegt er gut doppelt so weit draußen im Meer: 32 Kilometer nördlich von Rügen.

    Offshore-Windpark Nordsee Ost: Der Park des Betreibers Innogy war der achte, der in Deutschland in Betrieb ging.
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    Nordsee Ost

    Direkt nördlich des WindMW-Parks Meerwind ragen die 48 Anlagen von Nordsee Ost aus dem Wasser. Sie kommen auf eine Kapazität von 295 Megawatt. Ursprünglich vom Energiekonzern RWE gebaut, gehört der Park heute zum Portfolio der Tochtergesellschaft Innogy. Baubeginn war 2012, die offizielle Einweihung fand im Mai 2015 statt. Nordsee Ost ist neben Meerwind und Amrumbank West einer der drei Windparks, die von Helgoland aus betrieben werden. Die Entfernung bis zur Insel beträgt rund 30 Kilometer.

    Offshore-Windpark von Trianel vor Borkum: Ein Tripod-Fundament wird auf einem Schiff zu seinem Standort transportiert.
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    Trianel Windpark Borkum

    Hinter diesem zunächst als Borkum West II bekannten Windpark steht ein Konsortium aus 33 Stadtwerken unter der Führung des Aachener Energieversorgers Trianel. Bislang speist erst ein Bauabschnitt seinen Strom ins Netz ein: 40 Fünf-Megawatt-Turbinen, die im Juli 2015 offiziell in Betrieb gingen. Die Einweihung des zweiten Abschnitts ist für 2019 geplant. Er soll 32 Anlagen mit je 6,2 Megawatt Leistung umfassen. Daran beteiligt sind neben Trianel 17 Stadtwerke, die zusammen auf 37,99 Prozent kommen, der Energieversorger EWE (37,5 Prozent) sowie die Zürcher Elektrizitätswerke und Fontavis (24,51 Prozent).

    Offshore-Windpark Butendiek: Die gewaltigen Windräder stehen vor der Nordseeinsel Sylt.
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    Butendiek

    Der knapp 35 Kilometer westlich von Sylt gelegene Windpark Butendiek war zwar nach Alpha Ventus bereits der zweite, der eine Betriebsgenehmigung erhielt. Baubeginn war allerdings erst im Frühjahr 2014. Hintergrund dafür waren Finanzierungsprobleme der Bürgergesellschaft, die Butendiek ursprünglich realisieren wollte. Erst als das Bremer Windkraftunternehmen WPD einsprang, nahm das Projekt Fahrt auf. Vollständig am Netz waren die 80 Anlagen im August 2015. Sie haben eine Kapazität von 288 Megawatt, was rechnerisch genügt, um rund 370.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

    Offshore-Windpark Global Tech I: Blick auf die Umspannstation inmitten des Windparks.
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    Global Tech I

    Mit seiner abgeschiedenen Lage rund 93 Kilometer nordwestlich der Insel Juist ist Global Tech I einer der am weitesten vom Festland entfernt geplanten Windparks überhaupt. Eigentümer der 80 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 400 Megawatt ist Wetfeet Offshore Windenergy, eine Tochterfirma des zwischenzeitlich in die Insolvenz gerutschten Windparkentwicklers Windreich aus der Nähe von Stuttgart. Die offizielle Eröffnung war im September 2015. In einem nächsten Abschnitt ist der Bau von 240 weiteren Windrädern geplant.

    Offshore-Windpark Amrumbank West: Errichterschiff bei der Montage eines Windrads.
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    Amrumbank West

    Der Windpark Amrumbank West steht gut 35 Kilometer nordwestlich von Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland. Hier hat der Betreiber Eon auch die Basisstation errichtet, von der aus er die 80 Windräder überwacht und wartet – der Weg vom Festland wäre zu weit. Die 80 Turbinen haben eine Leistung von je 3,6 Megawatt (insgesamt 288 Megawatt), was zur Zeit der Fertigstellung von Amrumbank West im Oktober 2015 durchaus üblich war, auch wenn bei Alpha Ventus und Bard Offshore 1 bereits Fünf-Megawatt-Turbinen zum Einsatz kamen. Inzwischen werden Anlagen mit einer Leistung von acht Megawatt erprobt.

    Offshore-Windpark Borkum-Riffgrund 1: Ein Katamaran bringt die Techniker zu den Windrädern, zu einem Arbeitsschiff und zum Hafen Norddeich.
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    Borkum Riffgrund 1

    Ebenfalls im Oktober 2015 nahm der dänische Energiekonzern Dong Energy (heute Ørsted), der auch das Portal EnergieWinde finanziert, seinen ersten Windpark in deutschen Gewässern in Betrieb. Borkum Riffgrund 1, gut 37 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum gelegen, besteht aus 78 Windrädern, die mit Vier-Megawatt-Turbinen bestückt sind, und kommt damit auf eine Leistung von 312 Megawatt. Der Betreiber Dong hält 50 Prozent an dem Windpark, weitere Investoren sind der Lego-Mutterkonzern Kirkbi Invest und William Demant Invest.

    Offshore-Windpark Gode Wind: Ein Blasenschleier bremst die Ausbreitung des Schalls beim Verankern der Fundamente im Meeresgrund. So werden zum Beispiel Schweinswale weniger stark beeinträchtigt.
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    Gode Wind 1

    Im August 2012 hat sich Ørsted die Rechte an den bis dahin vom Windparkprojektierer PNE mit Sitz in Cuxhaven entwickelten Parks Gode Wind 1 und 2 gesichert. Statt die beiden in direkter Nachbarschaft liegenden Projekte einzeln voranzutreiben, entschieden sich die Dänen, beide Windparks zeitgleich zu bauen, um Synergien heben zu können. Gode Wind 1 besteht aus 55 Sechs-Megawatt-Turbinen von Siemens und erreicht damit eine Leistung von bis zu 330 Megawatt.

    Offshore-Windparks Gode Wind 1 und 2: Die beiden Parks in der deutschen können rechnerisch eine Großstadt wie Köln komplett mit Strom versorgen.
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    Gode Wind 2

    In Gode Wind 2 stehen 42 Sechs-Megawatt-Anlagen von Siemens, womit der Offshore-Windpark auf eine Leistung von 252 Megawatt kommt. Zusammen genügt die Kapazität der beiden Gode-Wind-Projekte, um rechnerisch eine Großstadt wie Köln zu versorgen. Offiziell eingeweiht wurden sie Ende Juni 2017 mit einem Festakt in der dänischen Botschaft in Berlin.

    Offshore-Windpark Sandbank von Vattenfall: Sepktakuläre Aufnahme vom Bau eines der gewaltigen Windräder.
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    Sandbank

    Nur einen knappen Monat später, Ende Juli 2017, feierten Vattenfall und die Stadtwerke München die Einweihung ihres Windparks Sandbank, der rund 90 Kilometer westlich von Sylt liegt. Die 72 Vier-Megawatt-Turbinen liefern zusammen bis zu 288 Megawatt Strom. Der Basishafen für Sandbank ist das dänische Esbjerg, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Offshore-Windkraftzentren überhaupt entwickelt hat. Serviceschiffe benötigen von hier bis in den Windpark rund drei Stunden.

    Offshore-Windpark Veja Mate: Noch ragen nur die gelben Transition Pieces aus der Nordsee. Bald werden darauf die Türme der Windräder stehen.
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    Veja Mate

    Im April 2016 begann der Bau von Veja Mate, seit Dezember 2017 läuft der Regelbetrieb. Gebaut wurden die 67 Windräder mit je 6,2 Megawatt von einem Konsortium aus Siemens, der Highland Group aus den USA und Copenhagen Infrastructure Partners. Anfang 2019 übernahm Siemens die alleinige Kontrolle. Zusammen kommen die Anlagen, die gut 130 Kilometer nördlich der niederländischen Stadt Eemshaven in deutschen Gewässern liegen, auf eine Kapazität von 402 Megawatt.

    Offshore-Windpark Nordsee One: Die 54 Senvion-Turbinen speisen seit Ende 2017 Strom ins Netz ein.
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    Nordsee One

    Der Windpark Nordsee One speist seit September 2017 Strom ins Netz. Zunächst liefen die 54 Senvion-Turbinen mit einer Leistung von jeweils sechs Megawatt im Probebetrieb, Ende des Jahres begann der Regelbetrieb. Eigentümer sind der kanadische Energieversorger Northland Power, der 85 Prozent der Anteile hält, und die RWE-Abspaltung Innogy mit 15 Prozent. Die Gesamtkapazität von Nordsee One liegt bei 332 Megawatt.

    Offshore-Windpark Nordergründe: Auf dem Bild läuft der Bau der Anlagen noch, inzwischen ist Nordergründe aber in Betrieb.
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    Nordergründe

    Der im Dezember 2017 vollständig in Betrieb genommene Windpark Nordergründe ist ein Exot. Nicht nur weil er mit 18 Anlagen kleiner ist als viele andere Projekte, sondern auch weil er mit seiner Lage im eher flachen Gewässer der Wesermündung näher zum Festland steht. Oft ist deshalb von einem Nearshore-, statt von einem Offshore-Windpark die Rede. Nordergründe hat eine Kapazität von 111 Megawatt und gehört zu 70 Prozent dem Bremer Branchenpionier WPD.

    Offshore-Windpark Wikinger in der Ostsee: Das Projekt des spanischen Energiekonzerns Iberdrola ist der 20. Offshore-Windpark in Deutschland.
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    Wikinger

    MIt dem Projekt Wikinger ist Mitte Oktober 2018 der dritte Windpark in der deutschen Ostsee offiziell eröffnet worden. Die 70 Fünf-Megawatt-Turbinen des Herstellers Adwen kommen zusammen auf eine Kapazität von 350 Megawatt und decken damit nach Angaben des spanischen Betreibers Iberdrola den Strombedarf von 350.000 Haushalten. Damit liefert der Windpark 35 Kilometer nordöstlich von Rügen gut ein Fünftel des gesamten Bedarfs von Mecklenburg-Vorpommern.

    Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 2: 56 Acht-Megawatt-Turbinen erzeugen Strom für bis zu 460.000 Haushalte.
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    Borkum Riffgrund 2

    Seit Ende 2018 speist auch der vierte deutsche Offshore-Windpark des dänischen Energiekonzerns Ørsted seinen Strom ins Netz ein: Mit einer Kapazität von 450 Megawatt liegt Borkum Riffgrund 2 aktuell auf Rang sieben der größten Offshore-Windparks weltweit. Bei dem gut 54 Kilometer vor der Nordseeküste gelegenen Projekt wurden zum ersten Mal in Deutschland Acht-Megawatt-Turbinen installiert. Insgesamt besteht der Park aus 56 Anlagen, wovon 36 auf Monopiles stehen und 20 auf sogenannten Suction Buckets.

    Ein Arbeitsschiff neben der Umspannplattform des Ostsee-Windparks Arkona.
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    Arkona

    Der Offshore-Windpark Arkona ist ein Gemeinschaftsprojekt von Eon und dem norwegischen Energiekonzern Equinor (früher Statoil). Er liegt etwa 35 Kilometer nordöstlich von Rügen in der Ostsee und kommt mit seinen 60 von Siemens-Gamesa gelieferten Turbinen auf eine Leistung von bis zu 385 Megawatt. Bereits im September 2018 speiste das erste Windrad im Probebetrieb Strom ins Netz ein – inzwischen ist Arkona vollständig in Betrieb.

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