Gemeinsam von der Energiewende profitieren, das ist die Idee der Bürgerenergie wie hier im Bürgerwindpark Denkendorf.
Von Daniela Schröder
Wir müssen die Bürger mitnehmen, sagen Politiker gern, wenn es um gesellschaftliche Veränderung geht. Bei der Energiewende ist es oft andersherum: Den Umstieg auf Erneuerbare treiben in Deutschland an vielen Orten nicht Politiker voran, sondern die Bürger – als Erzeuger und Verbraucher, als Planer und Entwickler, als Verkäufer und Investoren. Und das seit Jahrzehnten.
Das Modell dahinter nennt sich Bürgerenergie. Experten bescheinigen ihr das Potenzial, ein Energiesystem zu schaffen, das sowohl nachhaltig ist als auch sozial gerecht. Doch einen echten Durchbruch bedeutet sie bisher nicht. Denn die Hürden und Herausforderungen sind nach wie vor hoch.
Bürgerenergie: Lokale Gemeinschaften treiben die Energiewende vor Ort voran
Nicht alles, was nach Bürgerenergie aussieht, ist es auch. Bürgerenergie bedeutet nicht die PV-Anlage auf dem Einfamilienhaus – auch wenn Privathaushalte einen großen Teil des Solarstroms erzeugen. Bürgerenergie meint vielmehr gemeinschaftlich organisierte Energieprojekte in Bürgerhand: Menschen schließen sich zu lokalen Genossenschaften, Vereinen oder Gesellschaften zusammen und planen und bauen Wind- und Solarparks vor Ort. Sie investieren eigenes Kapital, teilen Erträge, Risiken und Verantwortung. Manchmal sind auch Kommunen an Bord, die Stadtwerke oder ein regionaler Versorger. Konzerne dagegen findet man in der Bürgerenergie nicht.