Globale Energiewende

  • Search16.07.2026

Sieben gute Nachrichten aus Klima und Umwelt

Hitze, Stürme, Fluten, Brände: Steht es wirklich so schlecht um den Planeten, wie all die Horrormeldungen suggerieren? Nein! Hier kommen sieben gute Meldungen aus Klima- und Umweltschutz aus aller Welt.

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    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Pakistan: Der Solar-Musterschüler

    2025 überraschte Pakistan mit einem Solarrekord: Das Land hatte 25 Prozent seines Strombedarfs aus Solaranlagen erzeugt – dreimal mehr als im globalen Durchschnitt. Das war nicht nur ein rasanter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch international beeindruckend: Laut Reuters kamen 2025 lediglich 17 Staaten überhaupt auf einen Solaranteil von einem Viertel in ihrem Strommix. Zu diesem Club gehören bis auf Pakistan, Australien und Chile Länder des europäischen Kontinents – inklusive Deutschland.

    Der Grund für den Rekord liegt in einem massiven Import von Solarmodulen vor allem aus China, den Pakistan laut des Energie-Datenanalysehauses Ember seit 2022 verfünffacht hat. Damit ist das Land Abnehmer von rund sieben Prozent des Gesamtvolumens an Solarmodulen, das China ins Ausland exportiert. Trotz eingeschränkter wirtschaftlicher Möglichkeiten hat Pakistan damit innerhalb weniger Jahre Solarenergie zu seiner größten Stromquelle gemacht – noch vor Gas, Atomkraft, Kohle und Wasserkraft.     Foto: Picture-Alliance/Zumapress

    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Äthiopien: Verbrenner? Nein, danke!

    Auf dem Weg zu einem möglichst fossilfreien Autoverkehr befindet sich unterdessen Äthiopien. 2024 sprach die Regierung des afrikanischen Entwicklungslandes das weltweit erste direkte Importverbot für Benzin- und Dieselfahrzeuge aus. Obwohl die Politik den Schritt als Klimaschutzprogramm verkaufte, liegt der Grund wohl vor allem in den hohen Kosten für den Import fossiler Brennstoffe. Das Land muss große Mengen Benzin und Diesel importieren, 2023 und 2024 im Wert von rund vier Milliarden US-Dollar. Zudem mangelt es Äthiopien an Devisen. Durch mehr Elektroautos sollen die Ausgaben für Kraftstoffimporte sinken, zumal Äthiopien über viel Strom aus Wasserkraft und anderen erneuerbaren Quellen verfügt.

    Gleichzeitig ist Äthiopiens Zahl der Einwohner von etwa 20 Millionen in den Sechzigerjahren auf heute 131 Millionen Menschen gewachsen, von denen etwa drei Viertel in landwirtschaftlich geprägten Regionen leben. Mit Blick auf die wachsende Bevölkerung und den künftig steigenden Mobilitätsbedarf will die Regierung verhindern, dass sich der Markt für Verbrenner und damit der Brennstoffverbrauch weiter vergrößert.

    Das Land treibt die Elektrifizierung des Verkehrs mit verschiedenen Maßnahmen voran: Die Regierung gewährt Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge, hat 17 Werke zur Herstellung von Elektrofahrzeugen unter Verwendung von Teilen aus China genehmigt und setzt im öffentlichen Nahverkehr auf elektrisch betriebene Busse und Stadtbahnen.     Foto: Picture-Alliance/Phototek

    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Brasilien: Der Grünstrom-Champion

    Vor genau einem Jahr erreichte Brasilien einen weiteren Meilenstein seiner Energiewende: Laut dem Ministerium für Minen und Energie stammten 85 Prozent des brasilianischen Stroms aus erneuerbaren Energien. Für den Staat mit einer Bevölkerung von rund 210 Millionen Menschen ist das beeindruckend. 2030 sollen es sogar schon 90 Prozent sein.

    Den größten Anteil zur Stromherstellung tragen Wasserkraftwerke mit rund 54 Prozent bei, gefolgt von Windkraft (14 Prozent) und Solarenergie (9 Prozent). Der rapide Anstieg im Ausbau von PV-Anlagen zeigt, wie die Regierung mit vereinfachten Genehmigungsverfahren und gezielten Investitionen diesen Energiebereich fördert.

    Natürlich gibt es bereits Länder, die zeitweise komplett auf fossile Stromerzeugung verzichten können. Dazu gehören das mittelamerikanische Costa Rica und das südamerikanische Paraguay. Die haben mit 5,3 beziehungsweise knapp 7 Millionen Einwohnern allerdings einen wesentlich geringeren Bedarf.     Foto: Picture-Alliance/dpa

     

    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Ruanda: Radikales Plastikverbot

    Wer mit dem Flieger in Ruanda landet, sollte keine Einkaufstüten dabeihaben. Denn seit 2008 gilt in dem zentralafrikanischen Land ein Plastiktütenverbot: Dank dieser und weiterer Maßnahmen gilt Ruandas Hauptstadt Kigali heute als sauberste Stadt Afrikas. Zur Jahrtausendwende sah es noch ganz anders aus. Damals versank Ruanda geradezu in Plastiktüten. Die Schäden waren groß: Kühe und Ziegen fraßen Tüten und verendeten; Abwasserrohre verstopften, was zu Verunreinigungen und Überschwemmungen führte.

    Die Regierung reagierte und verbot 2004 zunächst die Herstellung und den Import dünner Plastiktüten. Vier Jahre später folgten das Komplettverbot für die Produktion, die Einfuhr, den Verkauf und sogar den Besitz von Plastiktüten und später für Einwegplastik allgemein – sehr viel früher und rigoroser als bis heute in der EU. Gleichzeitig förderte die Regierung Projekte und Unternehmungen zur Herstellung plastikfreier Alternativen.

    Einer der wichtigsten Bausteine der Sauberkeitsstrategie ist der in der ruandischen Gesellschaft verankerte Brauch namens Umuganda: Am letzten Samstag jeden Monats kommen die Bürger für drei Stunden zusammen, sammeln gemeinsam Müll, schneiden Büsche zurück, sprechen über Probleme und diskutieren Projekte für die Community – was dem Land seinen Ruf als weltweiter Vorreiter in Sachen Müllvermeidung eingebracht hat.     Foto: Picture-Alliance/Xinhua News Agency

     

    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Kenia: Vorreiter in der Geothermie

    Ein anderer afrikanischer Staat schafft einen beeindruckenden Rekord in Sachen Geothermie: Kenia deckt 45 bis 50 Prozent seines gesamten Strombedarfs über Erdwärme ab und damit den weltweit größten Anteil eines Strombedarfs eines Landes. Dabei profitiert das Land vom Ostafrikanischen Grabenbruch, der das Kenia über 500 Kilometer von Nord nach Süd trennt.

    Entlang dieser tektonischen Plattengrenze ist die Erdkruste besonders dünn – Studien gehen davon aus, dass der afrikanische Kontinent in einer fernen Zukunft einmal auseinanderbrechen könnte. Diese geologischen Bedingungen begünstigen die Nutzung von Erdwärme und sind der Schlüssel zur effizienten Nutzung von Geothermie.

    Im Rift Valley Kenias ging mit 15 Megawatt bereits 1981 das erste von sechs Geothermiekraftwerken der Gesamtanlage von Olkaria ans Netz, auf einem rund 200 Quadratkilometer großen Gebiet. Heute zählt diese Anlage mit einer installierten Leistung von mehr als 800 Megawatt zu den größten Geothermie-Komplexen der Welt und soll über die nächsten Jahre um weitere 40 Megawatt erweitert werden.

    Denn die Regierung in Nairobi hat große Pläne: Bis 2035 soll der ostafrikanische Staat die Stromversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien schöpfen. Dafür investiert der Staat unter anderem in die Erschließung weiterer 23 Erdwärmefelder. Zwar benötigen die Geothermieanlagen weniger Platz als etwa ein Solar- oder Windpark, dennoch bedeutet der Ausbau über die nächsten Jahre für den Geothermie-Champion einen schwierigen Balanceakt, da viele der betroffenen Gebiete von nomadischen Bevölkerungsgruppen genutzt werden.     Foto: Picture-Alliance/Reuters

    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Australien: Batteriespeicher-Boom

    Einen wichtigen Schritt Richtung klimafreundlicher Energieversorgung unternimmt aktuell Australien. Seit einem Jahr läuft ein Programm der Regierung in Canberra, mit dem der Kauf eines Heimspeichers mit 30 Prozent des Preises gefördert wird. Die Nachfrage ist riesig, sodass das Budget von anfänglichen 2,3 Milliarden auf 7,2 Milliarden australische Dollar aufgestockt wurde. Ziel ist es, bis 2030 mindestens zwei Millionen Haushalte mit Batteriespeichern auszustatten. Dies würde einer Speicherkapazität von rund zusätzlichen 40 Gigawattstunden entsprechen.

    Allein 2025 wurden durch das „Cheaper Home Batteries Program“ 193.000 Heimspeicher mit einer Gesamtkapazität von 4,6 Gigawattstunden installiert, was ungefähr genauso viel entspricht wie den zwölf größten Großspeichern im nationalen Netz. Für das laufende Jahr gehen australische Behörden von einem möglichen Zuwachs von bis zu zwölf Gigawattstunden aus. Damit will Australien sich dem hohen Bedarf an Speichern nähern, der durch die wachsende Installation von privaten Solaranlagen entstanden ist.     Foto: Picture-Alliance/Blickwinkel/McPhoto/M. Gann

    Traceless-Gründerin Anne Lamp (rechts) hat eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff entwickelt. Foto: Picture-Alliance/dpa

    Bangladesch: Solaranlagen für die Bevölkerung

    Mit seinen 173 Millionen Einwohnern zählt Bangladesch zu den ärmsten und bevölkerungsreichsten Ländern der Erde. Viele Menschen haben keinen Stromanschluss. Ihnen dienen Kerosinlampen als Lichtquelle, und auch Strom oder Wärme wird mit fossilen Brennstoffen erzeugt. Um den CO2-Ausstoß zu verringern, rief die Regierung in Dakka 2003 das Solar-Home-Systems-Programm ins Leben, unterstützt von der Weltbank.

    Als es startete, waren landesweit 12.000 Solarheimsysteme samt kleinen Speichern installiert. Ziel war, bis 2008 insgesamt 50.000 Systeme einzurichten und somit viele Familien der relativ armen Bevölkerung mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Das Ziel wurde bereits 2005 erreicht, zu geringeren Kosten als erwartet.

    Als jedoch der staatliche Netzausbau samt Anschluss vieler Haushalte Mitte der 2010er-Jahre vorangetrieben wurde, erschlaffte das Programm. Um 280 Prozent stieg die Zahl der Netzanschlüsse zwischen 2015 und 2019, wodurch die Heim-Solarsysteme mancherorts überflüssig wurden. Viele Haushalte zahlten daraufhin auch ihre Kredite für die Systeme nicht zurück, wodurch das Programm in Schieflage geriet.

    Bis heute hat das Programm rund zwölf Prozent der Bevölkerung erreicht. Allein bis 2017 wurden dadurch 1,14 Mio. Tonnen Kerosin eingespart, was laut staatlicher Finanzierungsgesellschaft in Bangladesch einem Wert von 411 Millionen US-Dollar entspricht. Gerade in Küstenregionen, die der Netzausbau in vielen Teilen noch immer nicht erreicht hat, sind fast alle Haushalte auf die Grundbeleuchtung Solarzellen und Speichern angewiesen.     Foto: Picture-Alliance/Zumapress

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