Fünf faszinierende Energieprojekte

Literweise Licht

Vom Thermogenerator bis zur klimafreundlichen Beleuchtung von Slumhütten: Weltweit treiben Forscher und Tüftler die Energiewende mit cleveren Ideen voran. Manches ist noch Vision, anderes schon Realität. Wir stellen fünf Projekte vor.

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    Welche Energieprojekte faszinieren einen Windforscher jenseits der eigenen Branche? Andreas Reuter verrät hier seine Favoriten nach dem Motto „Mal was Neues, aber nicht völlig bekloppt“. Der Professor für Windenergietechnik leitet das Fraunhofer IWES. Er hat Luft- und Raumfahrttechnik studiert und war bei Herstellern von Windkraftanlagen und Ingenieurbüros tätig.

    Raumsonden werden über Thermogeneratoren mit Strom versorgt.
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    Thermogenerator

    Temperaturunterschiede sorgen in bestimmten Halbleitern für eine elektrische Spannung. Mit diesem Effekt ließe sich Abwärme in elektrischen Strom umwandeln. Forscher suchen nach stabilen Materialien mit hohem Wirkungsgrad. Bislang reicht es noch nicht für kommerzielle Anwendungen – zumindest nicht auf der Erde. Raumsonden werden dagegen schon lange über Thermogeneratoren mit Strom versorgt.

    Schwimmende Solaranlage im japanischen Yamakura: Kyocera TCL Solar nimmt Japans größtes schwimmendes Solarkraftwerk mit 13,7 Megawatt Leistung in Betrieb.
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    Solarzellen auf Stauseen

    Schwimmende Fotovoltaikanlagen bieten viele Vorteile: Die Fläche künstlicher Gewässer wird optimal genutzt, weniger kostbares Nass verdunstet und gekühlte Solarzellen liefern mehr Energie. Zudem gibt es bei Wasserkraftwerken schon Stromleitungen. Die USA könnten so zehn Prozent des Jahresstrombedarfs decken. Vorreiter ist Japan mit mehr als 50 schwimmenden Solaranlagen.

    Fachartikel über schwimmende Fotovoltaikanlagen

    Inseln aus der Luft: Ingenieure träumen von Eilanden, die Strom erzeugen können.
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    Schwimmende Energieinsel

    Bislang sind es nur kühne Visionen: künstliche Inseln, die Energie aus Wind, Sonne und Wellen gewinnen. Ein Meereswärmekraftwerk könnte zudem den Temperaturunterschied zwischen Tiefsee und Oberfläche nutzen. Andere Planer setzen auf Pumpspeicherkraftwerke und Algenzucht für Biotreibstoff.

    Wie Energieinseln funktionieren könnten

    Die Stahlproduktion ist enorm energieauswändig. Ein Pilotprojekt arbeitet an einer klimafreundlichen Herstellungsvariante.
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    Klimaneutrale Stahlproduktion

    Beim Herstellen von Stahl wird Eisenerz bislang mittels Kohle und Koks reduziert – künftig soll das mit erneuerbar gewonnenem Wasserstoff gelingen. Im nordschwedischen Luleå bauen Vattenfall, der Bergbaukonzern LKAB und der Stahlkonzern SSAB eine Pilotanlage. Das Ziel: Stahl bis 2035 fossilfrei zu produzieren und die schwedischen CO2-Emissionen um zehn Prozent zu senken.

    Pilotprojekt in Luleå

    Licht aus der Flasche: Die Organisation Liter of Light hilft armen Menschen in Indien, ihre Hütten zu erleuchten.
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    Literweise Licht

    Mit einfachsten Mitteln sorgt die MyShelter-Stiftung für Beleuchtung in fensterlosen Hütten auf den Philippinen: Wassergefüllte Plastikflaschen in der Decke leiten Sonnenlicht ins Innere. Unter dem Motto „Ein Liter Licht“ wurden weltweit ähnliche Initiativen gestartet. Inzwischen gibt es auch Flaschenlampen mit kleinem Solarpanel, Akku und LED für nächtliche Beleuchtung.

    Organisation Liter of Light

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