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Brandenburg hat 2025 die mit Abstand meisten Windräder in Ostdeutschland errichtet.
Von Volker Kühn
Als sich 1887 der Eiffelturm in den Himmel über Paris zu schrauben begann, ging ein Aufschrei durch die Stadt. Der Bau werde die Metropole verschandeln, hieß es, von einer „Monstrosität aus Eisen und Stahl“ war die Rede. Doch als der Turm bei der Weltausstellung 1889 zwei Millionen Besucher in den Bann schlug, verebbte die Kritik. Heute gilt das vom Fuß bis zur Antennenspitze 330 Meter hohe Bauwerk als Inbegriff der Ingenieurskunst, als Symbol des technischen Fortschritts.
In der Lausitz schraubt sich in diesen Tagen ein Stahlgerüst in den Himmel über den Kiefernwäldern, das den Eiffelturm bald überragen wird. 365 Meter soll das „Höhenwindrad Schipkau“ vom Fuß bis zur Rotorblattspitze messen. Wenn es im Sommer in Betrieb geht, wird es das mit Abstand höchste Windrad der Welt sein, und Deutschlands zweithöchstes Bauwerk nach dem Berliner Fernsehturm.
In großer Höhe bläst der Wind stark und beständig – ähnlich wie auf See
Geht es nach den Vorstellungen der Bauherren, der Dresdner Firma Gicon, könnte das Projekt einen ähnlichen Meilenstein für die Windenergie darstellen wie seinerzeit der Eiffelturm für den Stahlbau weltweit. Denn das Windrad erschließt Höhen, in denen der Wind sehr viel stärker und beständiger bläst als in tieferen Luftschichten. Damit kann es mehr Strom liefern und ist weniger abhängig von Schwankungen. Bei Gicon schwärmt man von ähnlichen Bedingungen wie in der Offshore-Windenergie. Die Höhenwindkraft sei praktisch „grundlastfähig“: Sie liefert auch dann meist noch Strom, wenn am Boden eine Dunkelflaute herrscht, wie ein Wasser- oder Kohlekraftwerk.