- Teures Auktionsdesign: Die Ausschreibungen sind so gestaltet, dass sie möglichst viel Geld in die Staatskasse spülen. Doch das Geld muss von den Betreibern zurückverdient werden. Die Folge: Der Offshore-Wind-Strom verteuert sich – oder die potenziellen Betreiber ziehen sich zurück, weil die Ertragsaussichten mau sind.
- Gestiegene Baukosten: Steigende Zinsen, stark verteuerte Rohstoffe und begrenzte Produktionskapazitäten bei Herstellern und Spezialschiffen befeuern die Projektkosten.
- Schleppender Netzausbau: Fertiggestellte Windparks können unter Umständen über Monate hinweg keinen Strom einspeisen, da die Stromleitungen nicht rechtzeitig fertiggestellt werden.
„Solange bezuschlagte Projekte in der Schwebe sind und der künftige Rechtsrahmen offenbleibt, bestehen erhebliche Unsicherheiten für Projektentwickler, Hersteller, Zulieferer und Investoren“, heißt es bei den Verbänden der Offshore-Industrie. Gemeinsam machen sie sich für die Einführung sogenannter zweiseitiger Differenzverträge (CfDs) stark.
Dabei wird ein Mindeststrompreis festgelegt. Fällt der Marktpreis an der Strombörse darunter, gleicht der Staat die Differenz aus; liegt er darüber, fließt das Geld an den Staat zurück. Das stabilisiert die Finanzierungsbasis der Parks.
Zudem müsse der Bund eine Regelung für die zwischen 2023 und 2025 versteigerten Windparkflächen treffen. Denn ob dort tatsächlich gebaut wird, ist unsicher. „Wo Projekte unter negativ veränderten Rahmenbedingungen und gestiegenen Risiken multipler Krisen nicht mehr umgesetzt werden können, ist die Bundesregierung gefordert, gesetzlich verankerte Kriterien für eine Rückgabeoption zu prüfen sowie einen damit verbundenen Mechanismus, um die betroffenen Flächen unverzüglich neu auszuschreiben“, so die Verbände. Nur dann würden Flächen und Netzanschlüsse frühzeitig wieder verfügbar, neue Projekte könnten realisiert und verlässliche Perspektiven für die Lieferkette geschaffen werden.