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„Wir schaffen das Habecksche Heizungsgesetz ab“: Unions-Fraktionschef Jens Spahn (Mitte) stellt die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes vor.
Von Nils Husmann
Jens Spahn kam sofort zur Sache. „Wir schaffen das Habecksche Heizungsgesetz ab. Der Heizungskeller wird damit wieder zur Privatsache. Wir beseitigen die Gängelung und unnötige Bürokratie“, sagte der Chef der Unionsfraktion am Mittwoch. Hinter ihm lächelte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Offenbar verspricht sich die CDU viel davon, sich möglichst deutlich von Reiches Amtsvorgänger Robert Habeck abzugrenzen. Aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird deshalb das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG); auf die Eckpunkte einigten sich Union und SPD in dieser Woche. Bis Ostern soll der Gesetzentwurf durchs Kabinett, im Sommer soll es in Kraft treten. Die Kernpunkte:
- Die Koalitionäre kippen die 65-Prozent-Regelung aus dem GEG. Danach hätten neue Heizungen spätestens ab Mitte 2028 einen Anteil von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie nutzen müssen.
- Es wird in Zukunft wieder möglich sein, Gas- oder Ölheizungen zu installieren. Bedingung: Sie müssen auch mit klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden, zum Beispiel mit Biomethan oder mit Bioölen. Dieser Anteil soll im Jahr 2029 bei zehn Prozent liegen und dann bis 2040 in drei Schritten erhöht werden. Dafür verantwortlich sind die Energieversorger.
- Ab 2028 soll es eine „allgemeine Grüngasquote“ geben, die bis 2030 mindestens zwei Millionen Tonnen CO₂ einsparen soll. Im Papier von CDU/CSU und SPD ist von Biomethan und Wasserstoff die Rede.
- Die Fördermöglichkeiten für klimaneutrale Heizungsanlagen bleiben bis mindestens 2029 erhalten.
- Schwarz-Rot bekennt sich zum Klimaschutzgesetz. „Bis 2045 wird Deutschland CO₂-neutral, auch im Gebäudesektor“, heißt es im GMG-Papier.
Seit die Eckpunkte bekannt sind, hagelt es Kritik. Es gibt aber auch Lob: Nach einer monatelangen Hängepartie herrsche nun wieder mehr Klarheit für Wirtschaft und Verbraucher, heißt es. Der Zentralverband Sanitär, Heizung und Klima hofft auf weniger Bürokratie. Andere Stimmen loben, dass Förderungen fortgeführt werden. Und: „Die angekündigte Vereinfachung der Wärmeplanung für kleinere Kommunen ist grundsätzlich sinnvoll“, sagte Karen Pittel, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen, dem Science Media Center. Wie genau diese Erleichterungen für Kommunen, in denen weniger als 15.000 Menschen leben, aussehen sollen, ist allerdings noch unklar – wie so vieles an dem Vorhaben.
Die Kritik an den Plänen macht sich vor allem an den Folgen für Verbraucher und den Klimaschutz fest. Der Reihe nach: