Wasserstoffprojekte weltweit

H2 hoch sieben

Während batteriegetriebene E-Autos ihr Exotendasein verloren haben, sind Fahrzeuge mit Wasserstofftank und Brennstoffzelle selten. Vor allem für Züge und Lkw könnten sie eine Alternative sein. Aber selbst Fahrräder mit H2 im Tank existieren bereits. Sieben spannende Wasserstoffprojekte aus aller Welt.

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    Olympische Wasserstoffspiele

    1964 hat Tokio zum ersten Mal die Olympischen Sommerspiele ausgerichtet. Damals wurde der neu entwickelte Schnellzug Shinkansen weltweit zu einem Markenzeichen japanischer Hochtechnologie. 2020 ist Tokio erneut Gastgeber der olympischen Gemeinde – und diesmal stehen die Spiele ganz im Zeichen von Wasserstoff: Die Autobauer Toyota, Honda und Nissan (im Bild: Toyota-Präsident Akio Toyoda mit IOC-Präsident Thomas Bach) scheuen keine Kosten und Mühen. 100 Busse und 6000 Autos sollen mit Wasserstoff betankt werden, der Strom im Olympischen Dorf kommt aus der Brennstoffzelle.

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    Truck mit Brennstoffzelle

    Wasserstoff gilt vor allem im Segment von Bussen und schweren Lkw als vielversprechende Technologie. Der Autozulieferer Bosch und der US-Lastwagenhersteller Nikola entwickeln mit dem Modell Nikola Two Alpha einen Truck entwickelt, der hinter dem kleinen Fahrerhaus einen großen Wasserstofftank besitzt. Damit soll er auf eine Reichweite von rund 1900 Kilometern kommen. Der Marktstart des Schwerlasters mit seinem 735-Kilowatt-Antrieb ist für das Jahr 2022 geplant.

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    Wasserstoff aus der Solarzelle

    Forscher der TU Darmstadt und 18 weiterer Einrichtungen arbeiten an Solarzellen, bei denen Wasserstoff direkt vor Ort aus Wasser abgespalten und gespeichert wird. Dadurch entstehen zwischen dem Erzeugungsort und dem Speicherort keine unnötigen Verluste. Im DFG-Schwerpunktprogramm „Regenerative Erzeugung von Brennstoffen mittels Licht-getriebener Wasserspaltung“ tüftelt man an besseren Katalysatoren und Materialien für den bislang nur kurzfristig stabilen Prozess.

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    E-Bike mit Tank

    Batteriegetriebene Fahrräder sind auf den Straßen längst ein gewohnter Anblick. Ungewöhnlich dagegen ist das Rad des französischen Herstellers Pragma Industries: Es besitzt einen Wasserstofftank, der innerhalb von zwei Minuten an der H2-Tankstelle gefüllt werden kann. Das „Alpha“ getaufte Bike soll schon im kommenden Jahr serienreif sein und in den Verkauf gehen. Die Rede ist von einem Preis um die 7500 Euro. Auch Ladesäulen zum Nachtanken will Pragma Industries anbieten.

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    Speicher aus Bambus

    Um Wasserstoff zu speichern, braucht es große Tanks oder schwere Druckbehälter. Eine Alternative haben Forscher der Universität Hohenheim aus den Abfällen von Bambus hergestellt: Die leichte Aktivkohle funktioniert schon bei einem Druck von einem bar. Bevor solche Bambusspeicher weite Verbreitung finden, muss allerdings noch ein Problem gelöst werden: Die Technologie funktioniert bislang nur bei Temperaturen unter minus 196 Grad Celsius.

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    Elektrolyseur für Serienfertigung

    Um Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen, ist ein sogenannter Elektrolyseur nötig. Der Herstellungsprozess ist bislang allerdings sehr teuer, weshalb grün erzeugter Wasserstoff wenig konkurrenzfähig ist. Forscher am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) entwickeln nun einen Elektrolyseur, der mit neuartigen Elektrodenbeschichtungen 20 Prozent mehr Leistungsdichte erreicht. Der Forschungselektrolyseur besteht aus weniger Einzelteilen und ist besser für die Serienfertigung geeignet.

    Mit Wasserstoff angetriebener Zug: Seit September 2018 verbindet das Alstom-Modell die Städte Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude in Niedersachsen.
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    Elektrisch ohne Oberleitung

    Seit September 2018 ist mit dem Modell Coradia iLint von Alstom der weltweit erste Brennstoffzellenzug zwischen Elbe und Weser im regulären Betrieb unterwegs. Getankt wird herkömmlicher Industriewasserstoff aus Erdgas, sodass immerhin 40 Prozent weniger CO2-Emissionen als bei einem Dieselzug anfallen. Solche Züge sind vor allem für Strecken interessant, die nicht elektrifiziert sind, also keine Oberleitung besitzen. Alstom hofft, dass der Zug bald auch ich anderen Bundesländern zum Einsatz kommt.

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